WOLFSHAGEN - Es ist in diesen Tagen erstaunlich ruhig auf dem Hof der Firma Wolfshagener Draht- und Metallverarbeitung (WDM). Kaum ein Lkw
verirrt sich momentan auf das Gelände in Wolfshagen (Gemeinde Groß Pankow). „Die Spediteure fangen jetzt erst langsam wieder an“, erklärt WDM-Geschäftsführer Hans Dedek. Gearbeitet wird in der Firma natürlich trotzdem, seit kurzem auch in erweiterten Produktionsräumen mit zusätzlicher Lagerfläche.
Auf dem Firmengelände entstand in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres eine komplett neue Halle. Insgesamt zwei Millionen Euro wurden 2010 in die WDM-Entwicklung investiert. „Ein bisschen in Technik, der größte Teil des Betrages floss jedoch in die neue Halle“, sagt Dedek. Gedacht ist der Neubau als Logistik-Lager und als Platz für die Nacharbeit an den Drahtgittern, deren Herstellung das Wolfshagener Unternehmen zu einem der erfolgreichsten in der Prignitz gemacht hat.
In der neuen Halle seien die Bedingungen nun viel besser, vor allem für die Mitarbeiter, meint Dedek. Zu eng sei es in der alten Halle gewesen, neue Maschinen zu installieren war nahezu unmöglich. Vor etwa vier Wochen liefen in dem Neubau erstmals die Maschinen. „Es ist jetzt alles viel freundlicher und vorteilhafter für die Mitarbeiter“, freut sich Dedek und verweist auch auf die neu angeschafften kleinen Hebebühnen: „Das ist rückenschonend, weil man sich nicht mehr bücken muss, um die Drahtfelder hochzunehmen.“
Neben den großzügigen Flächen wurden zudem Umkleide-, Aufenthalts- und Sanitärräume integriert. Auch einen Sportraum gibt es. Der ist zwar momentan noch leer, für Hans Dedek aber von hoher Bedeutung: „Es gehört einfach zu einem modernen Betrieb, dass sich auch die Angestellten wohlfühlen. Wenn der Bedarf besteht, werden wir da Fitnessgeräte reinstellen.“
Die verbesserten Arbeitsbedingungen sollen sich natürlich auch positiv auf die Produktion auswirken. WDM ist zwar der deutschlandweit führende Hersteller von Drahtgittern, doch darauf kann und will sich Hans Dedek nicht ausruhen. „Was heutzutage zählt, sind schnelle Lieferzeiten. Wer nicht mithalten kann, ist ganz schnell weg“, weiß der Geschäftsführer. In Zahlen lasse sich die Produktionssteigerung durch die neue Halle nach den ersten vier Wochen allerdings noch nicht belegen.
Weitere Investitionen plant WDM in diesem Jahr vorerst nicht mehr. Falls aber doch, dann „nur in neue Maschinentechnik“. Auf lange Sicht jedoch soll das Unternehmen weiter wachsen. Die ersten Vorkehrungen dafür wurden bereits getroffen: Ein knapp drei Hektar großes, im Nordosten angrenzendes Gebiet wurde erworben, um den Standort bei Bedarf auch in der Fläche zu erweitern. „Wir wollen in absehbarer Zeit nicht anfangen zu bauen, der Kauf der Grundstücke ist eher eine Vorsichtsmaßnahme“, verrät Dedek. Um die Firma in dieser Richtung zu vergrößern, muss jedoch der Flächennutzungsplan für das bisherige Ackerland geändert werden. Die Planungen dafür sind bereits im vergangenen Jahr angelaufen.
Auch die Gemeindevertreter haben sich mit dem Thema auseinandergesetzt und auf ihrer letzten Sitzung den Entwurf zur Beteiligung am Bebauungsplan beschlossen. Die Änderung des Nutzungsplanes scheint nur noch Formsache. Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung wird in Wolfshagen dann durch eine Einwohnerversammlung erfolgen.
Wie sich WDM in der Zukunft auch entwickelt, an der Produktpalette soll sich laut Hans Dedek nichts ändern: „Draht ist nunmal unser Geschäft.“
Von Jean Dibbert / Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) 05. Januar 2011
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 10. Februar 2011 um 13:41 Uhr