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WDM expandiert weiter
Wolfshagener Unternehmen hat Fläche für neue Produktionsstätte erworben und fociert Planung
WOLFSHAGEN Gerade hat die Wolfshagener Draht- und Metallverarbeitung GmbH (WDM) in diesem Jahr eine neue Halle in Betrieb genommen, da wird schon wieder weiter geplant.
„Innerhalb der nächsten Jahre werden wir eine weitere Halle bauen“, erklärt Geschäftsführer Hans Dedek. „Wir denken darüber nach, unsere Produktpalette zu erweitern, dafür benötigen wir dann eine neue Produktionsstätte“, machte Dedek deutlich.
Bereits im kommenden Jahr soll ein Parkplatz gebaut werden. „Der jetzige reicht nicht mehr“, so der Geschäftsführer. Und das, obwohl erst in diesem Jahr ein neuer Abstellplatz für die Kraftfahrzeuge der Mitarbeiter angelegt worden war. Doch mittlerweile hat WDM 114 Beschäftigte. Und die haben gut zu tun, denn „die Auftragsbücher sind voll, für 2011 haben wir auch schon Festverträge abgeschlossen, unser Produktionsvolumen wird sich erhöhen, wir erwarten wieder ein Rekordjahr“, blickt Dedek voraus.
Etwa 30 000 Artikel werden derzeit in Wolfshagen gefertigt, zu 95 Prozent Drahtgitter der verschiedensten Varianten. „Darin liegt unsere Stärke. Wir produzieren auf Kundenwunsch schnell auch in geringen Losgrößen, sind äußerst flexibel“, beschreibt Dedek das Erfolgsrezept.
Um weiter expandieren zu können, hat das Unternehmen Land gekauft und will es jetzt in entsprechendem Planverfahren als Gewerbegebiet ausweisen lassen. Es handelt sich dabei um die Fläche, die sich an das Werk in Richtung Tacken anschließt. Am Mittwochabend wurde das Projekt den Gemeindevertretern von Groß Pankow (Prignitz) vorgestellt als eingeschränktes Gewerbegebiet zur Entwicklung des ansässigen Unternehmens. So soll der Graben, der das Regenwasser von den angrenzenden Feldern auffängt, in Richtung Tacken verlegt werden. Außerdem soll nördlich zum jetzigen Betriebsgelände eine zusätzliche Einfahrt entstehen für den geplanten größeren Parkplatz.
Da es sich bei der Betriebserweiterung um eine Versiegelung jetzigen Ackerlandes handelt, muss dafür ein ökologischer Ausgleich geschaffen werden. Das sei nach Aussage des Planers nur extern möglich, weil das WDM-Gelände dafür keine Möglichkeiten mehr biete. Es gebe Vorstellungen, die Mittel dafür der Gemeinde zur Verfügung zu stellen mit dem Zweck, nicht mehr benötigten Wohnraum abzureißen und diese Fläche wieder zu entsiegeln. Die Gemeindevertreter gaben dem Bebauungsplan als Grundlage für das frühzeitige Beteiligungsverfahren ihre Zustimmung.
Von Petra Ferch / Der Prignitzer 10. Dezember 2010
WOLFSHAGEN/FALKENHAGEN - Schon im Eingangsbereich zeigt das Unternehmen WDM, dass ihm die Bildung seiner Mitarbeiter am Herzen liegt. Urkunden und Zertifikate hängen dort eingerahmt und gut sichtbar an den Wänden. Das Draht- und Metallverarbeitungswerk in Wolfhagen versucht auf anderen Wegen, Nachwuchs für das eigene Unternehmen zu gewinnen. Und weil das gelingt, erhielt es von der Agentur für Arbeit ein Ausbildungszertifikat.
"Wir holen die Jugendlichen dort ab, wo sie sind", sagt Ausbildungsleiter Ernst Hüffmeier ohne Umschweife. Während es immer wieder heißt, Schulabgänger wären heute nicht qualifiziert genug, hat er eine andere Sicht auf die Dinge: "Sie haben heute ganz andere Qualitäten und Fähigkeiten als wir damals", sagt er mit Blick auf das elektronische Zeitalter, in der jeder mit hochkomplexen Handys umgehen kann. Ob denn Mathe- und Deutschkenntnisse nicht wichtiger seien? "Die Grundkenntnisse sind ja da", sagt er und stellt grundlegend fest: "Die Bildung ist nicht schlechter geworden, es ist nur eine andere Gesellschaft." Das Unternehmen sei zufrieden mit den Schulabgängern und investiert gern 4500 bis 5000 Euro, bis ein Azubi eingestellt wird: "Wir machen viel Werbung und Akquise."
Derzeit gehen ein Maschinen- und Anlagenfahrer, zwei Mechatroniker, zwei Industriemechaniker und zwei Industriekaufleute in die Lehre bei WDM. Sie alle werden in der Regel übernommen, denn "sonst erneuert sich der Betrieb nicht." Das Mittel zur Verjüngung heißt: Viel Geld in die Ausbildung stecken, die Lehrlinge qualifizieren und fit machen für den Job. So unterstützt WDM auch finanziell jene, die ein berufsbegleitendes Studium absolvieren oder sich zum Meister ausbilden lassen.
Ernst Hüffmeier weiß um den Kampf um Schulabgänger in der Region. Und der wird in den kommenden Jahren immer härter. "Wir werden nicht locker lassen", verspricht er. Schon jetzt "kassieren wir Leute ein, die wieder zurück in die Prignitz kommen." Und das seien gar nicht mal wenige. An etwa fünf Rückkehrer kann er sich erinnern, die sein Betrieb wieder eingestellt habe. Nein, ein Nachwuchsproblem habe WDM nicht, winkt er ab und ist sich sicher: "Für Akquise und Personal müssten Unternehmen heutzutage viel mehr Geld ausgeben." Die Bundesagentur für Arbeit würdigte das Metallverarbeitungsunternehmen für die Zusammenarbeit mit Berufsschulen, Ausbildungspartnern, IHK-Ausschüssen und der Agentur für Arbeit.
Dieses Engagement spricht auch für EOP Biodiesel mit Sitz in Falkenhagen, das ebenfalls das Ausbildungszertifikat erhielt. Das Besondere hier: "Wir geben auch den Bewerbern eine Chance, die auf dem Zeugnis mal eine schlechte Note haben", erklärt Veronika Leppin. Gibt es Probleme in der Berufsschule, werden die Kosten für den Nachhilfeunterricht aufgebracht. Wer hier eine Ausbildung zum Industriekaufmann, als Industriemechaniker, Produktionskraft oder seit Neuestem auch zum Chemielaboranten macht, kann sicher sein: Die Ausgaben für Arbeitskleidung und Schulbücher trägt das Unternehmen. "Wir stellen uns individuell auf die Schulabgänger ein", sagt die Zuständige für Personalwesen. Die Ausbildung erfolge im Verbund. Zum einen im Unternehmen, wo die Lehrlinge alle Bereiche kennen lernen, und an den Ausbildungszentren in Pritzwalk und Wittenberge. Neun Azubis lernen derzeit bei der EOP Biodiesel AG, fünf werden im Januar fertig.
Daniel Selent und Jennifer Kieslich gefällt besonders das Arbeitsklima im Betrieb. "Wir verstehen uns alle gut untereinander, man bekommt viel vermittelt und kann eigene Ideen umsetzen", sagt der 20-jährige Azubi zum Industriekaufmann. Jennifer Kieslich, die den gleichen Beruf erlernt, nickt zustimmend.
Last Updated on Thursday, 10 February 2011 13:44

